Das Nekromanteion am Acheron
Die Stätte, die lange als «Tor zum Hades» galt, auch wenn ihre Deutung heute angezweifelt wird.
- Lage
- Ufer des Acheron, nahe dem antiken Ephyra
- Ausgrabung
- 1958–64 und 1976–77, Sotirios Dakaris
- Heute
- Gilt als befestigter hellenistischer Gutshof
- Zerstört
- 167 v. Chr., von den Römern
Am Ufer des Acheron, nahe dem antiken Ephyra, liegt die Stätte, die der Ausgräber Sotirios Dakaris mit dem Totenorakel der Thesproter identifizierte, geweiht Hades und Persephone. Man sah sie als Treffpunkt der Flüsse Acheron, Pyriphlegethon und Kokytos und als «Tor zum Hades». In Homers Odyssee betritt Odysseus hier die Unterwelt.
Mythos und Wirklichkeit
Der Überlieferung nach aßen die Gläubigen ein rituelles Mahl, opferten ein Schaf und stiegen durch dunkle Gänge hinab. Spätere Forschung zweifelt die Deutung jedoch an: Die Ruinen stammen frühestens aus dem späteren 4. Jahrhundert v. Chr., und heute hält man die Stätte für einen befestigten hellenistischen Gutshof. Die Römer zerstörten sie 167 v. Chr.

